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Ich werde nie vergessen, wie ich vor einigen Jahren bei Dreharbeiten für einen Film in der Toskana das erste Mal frische, reife Feigen direkt vom Baum gegessen habe. Denn die Dreharbeiten fanden auf einem alten und urigen Bio-Gemüsebauernhof statt. Die Feigenbäume waren zu diesem Zeitpunkt übervoll mit Früchten, die so reif waren, dass das zuckrige Fruchtfleisch bereits aus ihnen heraus triefte. Nie zuvor hatte ich so köstliche Feigen gegessen. Wie begeisterte Kinder stand die gesamte Filmcrew in den Drehpausen um die Feigenbäume herum und schmatzte genüsslich und glücklich vor sich hin (mit freundlicher Genehmigung des Biobauern versteht sich). Ich kannte Feigen bis dahin vorrangig in getrockneter oder verarbeiteter Form. In Berlin bieten heute vor allem türkische Gemüsehändler im Hochsommer und Herbst wunderbar frische Feigen aus der Mittelmeer-Region an. Da kann ich natürlich nicht widerstehen. Ich esse sie gerne roh, aber man kann auch toll mit Feigen backen. Heute möchte ich Euch das Rezept für diese feinen Feigen-Ingwer-Newtons vorstellen. 

Zutaten

Für den Teig

  • 250 g Dinkelmehl | zum Beispiel type 630
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 EL Chiasamen vermischt mit 2 EL Wasser | ersetzt 1 Ei
  • 1 EL Sojajoghurt
  • 90 g Vollrohrzucker
  • 90 g Margarine | ich benutze zum Beispiel Bio-Alsan
  • 1 TL Backpulver
  • Eine Prise Salz
  • Zesten von einer unbehandelten Bio-Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Vanille gemahlen

Für die Füllung

  • 3-4 sehr reife Feigen 
  • 3 weiche, entsteinte Medjoul-Datteln
  • 5 g frischen, geschälten Ingwer

Zubereitung (25 Minuten Arbeitszeit + 25 Minuten Ruhezeit für den Teig + 25 Minuten Backzeit)

  1. 1 EL Chiasamen in einer kleinen Schüssel mit 2 EL Wasser vermengen und ca. 5-10 Minuten quellen lassen.

    Aus der Nähe betrachtet sehen die Chiasamen aus wie kleine Dinosaurier-Eier, oder?

  2. Das „Chia-Ei“ anschließend mit allen anderen für den Teig angegebenen Zutaten in eine große Rührschüssel geben und mit den Händen zügig zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Es ist wichtig, dass die Margarine nicht zu weich ist. Ich gebe sie direkt aus dem Kühlschrank in kleine Stücke geschnitten hinzu. Sobald der Teig zusammenhält, nehme ich ihn aus der Schüssel und knete ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer gleichmäßigen Teigkugel.
  3. Teigkugel mit Klarsichtfolie umwickeln und zum Ruhen 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
  4. Während dessen kann die Füllung zubereitet werden. Dafür die Feigen gut waschen und den harten Stielansatz abschneiden. Feigen halbieren und in einen Mixer geben. Datteln und den Ingwer klein geschnitten dazu geben. Die Zutaten zu einer feinen Crème bzw. „Marmelade“ mixen.
  5. Tipp: Je nach Größe und Reifegrad der Feigen, kann die Menge der Füllung variieren. Sollte Feigen-Ingwer-Mus übrig bleiben, so kann man dies wunderbar als Marmelade benutzen. Das Mus einfach in ein sauberes und gut verschließbares Gefäß füllen, mit Zitronensaft beträufeln und im Kühlschrank aufbewahren. Das Mus schmeckt auch auf Brot köstlich!
  6. Ofen auf 200 Grad Ober und Unterhitze (oder 180 Grad Umluft) erwärmen und ein Blech mit Backpapier auslegen.
  7. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und länglich ausrollen. Die Arbeitsfläche sollte dabei stark bemehlt sein. Immer wieder kontrollieren, dass sich der Teig von der Arbeitsfläche leicht lösen lässt. Teig beim Ausrollen gegebenen Falls mehlen und wenden. Das Feigen-Dattel-Ingwer-Mus in die Mitte der ausgerollten Teigplatte ebenfalls länglich ausstreichen. Links und rechts einen Teigrand ohne Mus stehen lassen.
  8. Teigränder über dem Mus vorsichtig zusammenklappen. Die Newtons mit der „Naht“ nach unten auf das Backpapier setzen.
  9. Die Newtons im Ofen bei 200 Grad Ober- und Unterhitze circa 25 Minuten backen. Die Newtons sich fertig, wenn sie beginnen, sich leicht bräunlich zu verfärben und köstlich zu duften.