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Wann hast du das letzte mal „Schupfnudeln“ gegessen? Die herrlich sättigenden, leckeren „Teig-Finger“ aus Kartoffeln und Grieß sind ein Klassiker der österreichischen und süddeutschen Küche. Überwiegend werden Schupfnudeln sehr deftig mit Sauerkraut serviert. Aber du kannst sie sehr viel vielfältiger zubereiten. Denn sie haben von Konsistenz und Geschmack her eine große Ähnlichkeit mit „Gnocchi“, die es ja auch in allen Variationen gibt. Man kann Schupfnudeln etwa mit sahnigen Soßen, verschiedenen Gemüsesorten oder ganz einfach mit Tomatensoße und veganer Bolognese genießen. Auch ganz simpel mit Knoblauchbutter und Salz verfeinert oder mit Salbei kombiniert sind sie ein Gedicht. Ich zeige dir heute das wirklich super einfache Grundrezept für vegane Schupfnudeln. Ich mag sie mindestens so gerne wie Gnocchi, finde sie aber viel einfacher in der Herstellung, da man sie nicht so klein formt und mit Muster verziert, sondern einfach schnell zwischen den Handflächen rollt. Das geht wirklich fix und gelingt immer.

Da Schupfnudeln vom Geschmack an sich relativ neutral sind (wie Pasta oder Gnocchi), sollte man immer kräftige und herzhafte Geschmacksnuancen mit Schupfnudeln kombinieren. Was würde da jetzt im Frühling besser passen als Bärlauch! Also, machen wir ein herrlich aromatisches, schnelles Bärlauchpesto, um ein richtig tolles Schupfnudel-Wohlfühlessen zuzubereiten. Ich gebe für den Geschmack außerdem angebratene Champignons und Zwiebeln hinzu, aber auch da kannst du variieren. Perfekt für die ganze Familie und ein richtig tolles Wochenend-Essen.

Bärlauch  kannst du von März bis Mai überall in Supermärkten und Bioläden kaufen, aber auch einfach selbst pflücken. Vielleicht hast du beim Spazierengehen schon den leichten Knoblauchgeruch in die Nase bekommen? Bärlauch  ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Er enthält viel Vitamin C, hilft bei Magen-Darmbeschwerden, regt die Leberfunktion an und wirkt entzündungshemmend. Hast du Bärlauch schon für dich entdeckt? Vielleicht ist gerade dieses Rezept die perfekte Gelegenheit dazu.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Genuss beim Ausprobieren. Speichere dir das Rezept am Besten hier auf dem Blog in den „Favoriten“ ab. Dann hast du es immer griffbereit. Wusstest du, dass man Schupfnudeln auch süß zubereiten kann? Lasse dafür einfach die deftigen Gewürze im Teig weg, gebe z.B. etwas Mohn hinzu und serviere sie mit heißen Früchten & Puderzucker…. hach… du siehst – ganz große Schupfnudel-Liebe hier. Vielleicht kann ich dich von den kleinen Teigfingern ja auch so begeistern?! Freue mich sehr auf dein Feedback, hier in den Kommentaren, auf Facebook und auf Instagram. Happy Weekend, deine Lea.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Schupfnudeln

  • 500 g mehligkochende Kartoffeln
  • Salz
  • 250 g Hartweizengrieß
  • Pfeffer
  • Etwas frisch aufgeriebene Muskatnuss
  • 1/2 TL gemahlener Kümmel (kann entfallen ist aber lecker und gut für die Verdauung)
  • 1 EL Kartoffelmehl (oder Speisestärke)
  • 1-2 EL Pflanzenöl zum Anbraten der Schupfnudeln

Für das Bärlauchpesto

  • 1 Bund Bärlauch (ca. 50 g)
  • 3 EL/25 g Pinienkerne, geröstet (oder wahlweise Walnüsse oder Mandeln)
  • 2 EL Hefeflocken
  • 1 Prise Salz
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 4-5 EL Olivenöl
  • 2 EL Wasser

Außerdem

  • 250-300 g Steinchampignons
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 kl. Zwiebel (ca. 40-50 g)
  • 1-2 TL Sojasoße
  • 1 TL Bärlauchpesto (siehe oben)
  • Noch 1 EL geröstete Pinienkerne zusätzlich zum Garnieren

Zubereitung (30 Minuten Zubereitungszeit + 35 Minuten Kochzeit +10 Minuten Bratzeit & Fertigstellung)

  1. 500 g Kartoffeln mit Schale in reichlich gesalzenem Wasser ca. 25-30 Minuten weich kochen, abkühlen lassen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
  2. Gepresste Kartoffeln mit 250 g Hartweizengrieß, einer Prise Salz, etwas Pfeffer, einer großen Prise frisch aufgeriebenen Muskatnuss, gemahlenem Kümmel und 1 EL Kartoffelmehl zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Teig in 6-8 Stücke teilen, diese länglich rollen, kleine Portionen abstechen und zwischen den Händen zu Schupfnudeln formen.
  3. Schupfnudeln in kochendem Wasser 5 Minuten gar ziehen lassen, aus dem Wasser nehmen und bereit stellen. Das Wasser sollte dabei nicht sprudelnd kochen, sondern eher sieden.
  4. Tipp: Schon während die Kartoffeln kochen (Arbeitsschritt 1), beginne ich parallel dazu bereits mit der Zubereitung des Bärlauchpestos. Dafür die Bärlauchblätter verlesen, abspülen, trocken schütteln und in einen Mixer geben. 3 EL geröstete Pinienkerne (einfach Pinienkerne einige Minuten ohne Fett in einer Pfanne goldbraun anrösten), 2 EL Hefeflocken, 1 Prise Salz, 1 Spritzer Zitronensaft, 4-5 EL Olivenöl und 2 EL Wasser dazu geben und den Bärlauch pürieren. Die Konsistenz kannst du mit Olivenöl oder Wasser nach Belieben weiter verdünnen. Pesto mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Tipp: Sollte dein Pesto leicht bitter schmecken, so kann das an deinem Olivenöl liegen. Viele Sorten haben eine sehr bittere Note. Verwende daher lieber ein mildes, fruchtiges Olivenöl für den perfekten Geschmack. 
  5. Da das Bärlauchpesto schnell gemacht ist und die Kartoffeln bei mir dann meist immer noch kochen, bereite ich auch die Champignons schon vor. Dafür die Champignons putzen, die Stiele einkürzen und in Scheiben schneiden. Eine kleine Zwiebel schälen und fein aufschneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel kurz andünsten, Champignonscheiben dazu geben und einige Minuten scharf anbraten. Dann die Zutaten mit 1-2 TL Sojasoße ablöschen, mit 1 TL Bärlauchpesto vermengen vom Herd nehmen.

Die fertig gekochten Schupfnudeln in einer Pfanne mit etwas Öl rundum goldbraun anbraten und nochmals salzen und mit etwas Kümmel bestreuen. Dann die Schupfnudeln nach Belieben mit Bärlauchpesto vermischen, mit den Champignons vermengt und mit gerösteten Pinienkernen bestreut heiß servieren.

Dieses Schupfnudel-Rezept ist einfach ein perfekter, herzhafter Frühlingsgenuss für die ganze Familie. Gerade jetzt im April findest du Bärlauch überall beim Spazierengehen. Aber bitte verwechsele ihn beim Sammeln nicht mit den giftigen Maiglöckchen-Blättern. Bärlauchblätter wachsen direkt aus dem Boden heraus – Blatt für Blatt und haben einen milden Knoblauchgeruch, wenn man an den Blättern reibt. Maiglöckchenblätter sitzen hingegen an Stielen und wachsen in „Zweier-Büscheln“. Am besten schaust du dir das vor dem Sammeln Mal im Internet an.

Was ist deine Schupfnudel-Lieblingskombi? Schreib sie mir und anderen hier in den Kommentaren, damit wir uns gegenseitig inspirieren!